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Thomas Theodor Heine

Thomas Theodor Heine

Leipzig 1867 -
Stockholm 1948


Theodor Heine wird heute vor allem mit dem "Simplicissimus" in Verbindung gebracht, dessen Gesicht der Künstler mit seinen Karikaturen entscheidend mitbestimmt. Sein zeichnerisches Talent kündigt sich früh an und er provoziert schon als Schüler mit seinen Lehrerkarikaturen einen Schulverweis. Er wird 1884 Schüler an der Düsseldorfer Akademie unter Eduard von Gebhardt und Peter Janssen. Heines Gemälde dieser Zeit sind stilistisch dem Impressionismus verbunden.
Im Jahr 1889 siedelt er nach München über. Als Albert Langen 1893 in Paris seinen Verlag gründet, nimmt der Künstler seine Mitarbeit an den "Fliegenden Blättern" auf und ist zwei Jahre später als Mitbegründer des "Simplicissimus" der wichtigste Zeichner des Blattes. Es entstehen Buchillustrationen (u.a. Hugo von Hofmannsthals "Der Kaiser und die Hexe") und buchkünstlerische Werke für die Zeitschrift "Die Insel" oder Thomas Manns "Wälsungenblut".
Bedeutsamer noch als Theodor Heines illustratives Schaffen scheint aus heutiger Sicht sein vielfältig gebrauchsgrafisches Schaffen, das leider nur noch in wenigen Beispielen erhalten ist. Besonders mit seinen Plakatentwürfen erbringt der Künstler große Leistungen auf diesem damals neu entstehenden Gebiet der Plakatkunst. Heines "11 Scharfrichter" sind nur ein Beispiel, deren künstlerische Qualität ebenbürtig neben Arbeiten eines Toulouse-Lautrec besteht.
Im Jahr 1922 wird er Ordentliches Mitglied der Preußischen Akademie der Künste in Berlin und ist mit seinem zeichnerischen Arbeiten in den folgenden Jahren auf verschiedenen Ausstellungen vertreten (Internationale Kunstausstellung, Dresden 1926, Mánes-Ausstellung, Prag im Jahr 1934).
Später wendet sich Theodor Heine wieder intensiver der Malerei zu, zahlreiche seiner Werke werden jedoch im Bombenkrieg vernichtet, was eine Beurteilung seines malerischen Schaffens heute erschwert.
Der Künstler Thomas Theodor Heine erlangt vor allem als Zeichner wahre Meisterschaft und so erkennt schon Max Liebermann in Heine "den größten deutschen Zeichner", der wie Lovis Corinth meint "alles kann, was er will". Seine zeichnerische Vielseitigkeit wirkt geradezu stilbildend und beeinflusst die künstlerische Gesamthaltung des "Simplicissimus" langatmig. Während des Zweiten Weltkrieges flieht er über Prag nach Oslo und schließlich nach Stockholm, wo Theodor Heine bis zu seinem Tod im Jahr 1948 lebt und arbeitet.

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